Die Heimat der Niederwildarten in Ungarn ist die Region der Großen Tiefebene. Sowohl die Kleine Ungarische Tiefebene an der westlichen Grenze (das Gebiet zwischen Győr und Wien) als auch die Große Tiefebene, östlich der Donaulinie, sind die Heimat von Niederwild. In diesen Jagdgebieten ist die wichtigste Großwildart das Rehwild, wobei von den Niederwildarten der Fasan und der Feldhase überall zu finden sind. Das Rebhuhn kommt nur noch vereinzelt in wenigen Jagdgebieten vor. Eine bedeutende Population von Wildenten und Wildgänsen ist neben größeren Wasserflächen zu finden. Die Wildganspopulation zieht im Winter aus der nördlichen Tundra nach Ungarn. Die beste Zugroute für Wildgänse liegt in der östlichen Region des Landes (Fischteiche Hortobágy) und eine bedeutende Population überwintert auch im Alten See (Öreg-tó) von Tata.
Leider haben die Intensivierung der landwirtschaftlichen Produktionsprozesse und der zunehmende Einsatz von Chemikalien in den letzten Jahrzehnten den natürlichen Bestand an Niederwild reduziert, so dass viele Jagdgebiete gezwungen sind, Fasanen- und Wildentenfarmen einzurichten. Die in diesen Zuchtbetrieben aufgezogenen Fasane und Wildenten werden in der Regel im Juli/August im Alter von 8 Wochen in die Jagdgebiete ausgesetzt, so dass man zu Beginn der Jagdsaison für Fasane und Wildenten am 1. Oktober gute Flugvögel jagen kann.
Fasan
Der Fasan ist in Ungarn nicht heimisch, sondern wurde von den Römern nach Europa gebracht und war ein Hauptgericht bei festlichen Anlässen. Der Tageslohn eines Schiffsbauers betrug 15 Dinar und ein Fasan konnte auf den Märkten für 30-40 Dinar gekauft werden, war also bereits damals ein hoch geschätzter Vogel. Die Art hat in Europa Fuß gefasst. Die erste schriftliche Erwähnung der Fasanenjagd in Ungarn stammt aus dem späten 15. Jahrhundert, während der Herrschaft von Ladislaus V.
Die Fasanenjagd gewann an Bedeutung, als die vorgeladenen Waffen durch durch Jagdgewehre mit Kugeln ersetzt wurden. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entwickelten britische Waffenschmieden Nachladegewehre, mit denen die Jagd auf Niederwild zu einem qualitativ hochwertigen Vergnügen wurde. Die Qualität der Jagd auf Niederwild wird durch die Größe der Strecke bestimmt.
Zu dieser Zeit begann die künstliche Aufzucht und Zucht von Fasanen, die bis heute andauert.
Fasanenjagd:
Bei einer Stöberjagd gehen einige Jäger mit den Treibern, den Hundeführern, in der Reihe oder an den beiden Seiten des Triebes, und einige Jäger gehen alle 30-40 Meter vor der Trieblinie an der Flanke, und es gibt auch Jäger, die still stehen. Erwartete Strecke: 50-250 Stück, abhängig von der Anzahl der Jäger, bzw. der vorherigen Anfrage der Jäger.
Bei der Drückjagd stehen alle Jäger, beim Treiben sind nur Treiber und Hunde.
Bei dieser Jagdart liegt die erwartete Strecke zwischen 200 und 1500 Stück.
Es hängt von den individuellen Bedürfnissen des Jagdgastes, bzw. der Jagdgastgruppe ab, in welchem Gebiet und mit welcher Jagdmethode die Fasanenjagd durchgeführt wird.
Jagdzeiten für Fasane:
vom 1. Oktober bis zum 28. Februar
Rekordstrecke:
Lenes 1986, mit der Teilnahme von 14 Jägern wurden 8974 Fasanenhähne erlegt; diese Jagd wurde von meinem Vater organisiert
Feldhase
Eine größere Population lebt in den östlichen Regionen der Tiefebene. Die klassische Jagdmethode ist der U-förmige Trieb, bei dem sich eine größere Anzahl von Jägern in einer U-Form aufstellt und auf diese Weise landwirtschaftliche Flächen abtreibt. Nach einer Weile versuchen die Hasen im Treib wieder an ihre Aufenthaltsorte zurückzukehren, so dass es sehr erfolgreich gejagt werden kann.
Der Ort und die Art der Jagd hängen von der Anzahl der Jagdgäste und der gewünschten Strecke ab.
Jagdzeiten:
vom 1. Oktober bis zum 31. Dezember
Wildkaninchen
Das Wildkaninchen ist sehr inselartig verbreitet, kann das ganze Jahr über bejagt werden.
Wildgänse
In Ungarn überwintern zahlreiche Gänse. Die wichtigste Zugroute ist die östliche Region der Großen Tiefebene. Auch der Tata-See dient als Winterquartier für eine bedeutende Gänsepopulation, bzw. in der Mitte des Landes, um Fülöpszállás und Jakabszállás, überwintert ebenfalls eine bedeutende Gänsepopulation.
Der frühmorgendliche und abendliche Zug, selbst bei Nebel, ist ein großartiges Erlebnis für Gastjäger.
Jagdzeiten:
1. Oktober – 31. Januar
Wildente
Die Wildente kann abends und morgens in der Nähe größerer Wasserflächen gejagt werden.
Viele Jagdgesellschaften züchten Enten; in diesen Jagdgebieten können die Gastjäger größere Strecke erlegen.
Jagdzeiten:
vom 1. Oktober bis zum 31. Januar

